Business-Forum | Business & IT Newsletter | Preisvergleich | Software Guide     

Microsoft:

Mehr Sicherheit, mehr Performance - der neue Internet Explorer 9 von Microsoft!

Lesen Sie hier mehr ...


 

Grüne Links?
Was bedeuten diese grünen Links im Text?

 

Open-Source-Dienstleister

Option OpenSolaris

Beschränkten sich die freien Betriebssysteme bis vor wenigen Jahren auf BSD und Linux, so haben IT-Leiter nun eine attraktive Option mehr, hebt Donatus Schmid, Direktor Marketing bei Sun Deutschland, hervor: "Auch Solaris ist inzwischen Open Source, und wir haben mit StarOffice die beste und am weitesten verbreitete Büro- Software für PCs, welche als Open Office ebenfalls Open Source ist. Der Grund für das Interesse liegt zunächst in den Kosten. Bei der Büro-Software sind die Einsparungen an Lizenzkosten tatsächlich eklatant. Beim Server-Betriebssystem muss man differenzieren: Der Service kostet auch bei uns nach wie vor, allerdings weniger als beispielsweise bei RedHat."

Sun Microsystems hat inzwischen fast die komplette Technologie unter GPL oder eine andere freie Lizenzform gestellt. Dies betrifft Solaris und das freie Schwesterprojekt OpenSolaris, StarOffice, OpenOffice und den SPARC-Prozessor, dessen Spezifikationen als OpenSPARC ebenfalls frei verfügbar sind und der somit im Bereich "freie Hardware" eine Pionierstellung hat.

OpenSolaris lässt sich auf der klassischen SPARC-Plattform und auf x86-Hardware einsetzen. Suns Geschäftsmodell zielt darauf ab, dass IT-Abteilungen in Unternehmen OpenSolaris austesten, schätzen lernen und dann einen kostenpflichtigen Wartungs- und Supportvertrag eingehen.

Da immer mehr Firmen diesen Weg gehen, verschiebt sich die Form der Wertschöpfung: Wurden früher ausschließlich mit Lizenzen Einnahmen erzielt, verdient man heute Geld mit Handgriffen, die dem Kunden den Umgang mit Open Source erleichtern.

Fast uralte Geschäftsmodelle

Ein Stück weit kehrt man zurück zu Geschäftsmodellen aus den 70er und 80er Jahren. Firmenkunden kauften damals Computer der Mainframe-Klasse, die eigentliche Software wurde inklusive Quellcode kostenlos mitgeliefert. Heute implementieren Partner von Sun bei Großunternehmen wie Mittelständlern eine IT-Architektur aus einem Guss und verkaufen obendrein einen Service-Vertrag für Solaris.

Schmid lockt: "Für Open Source sprechen die reichhaltige Auswahl und die gemeinsame Entwicklung durch die Community. Dagegen spricht der uneinheitliche Revisionszyklus der einzelnen Pakete. Da ist es besser, man hat einen Partner wie Sun, der für einen einheitlichen Software-Stack sorgt und die Qualität garantiert - und trotzdem OpenSource ist."

Störenfried OpenOffice

OpenOffice war einmal eine proprietäre Büro-Software des 1984 von Marco Börries gegründeten Software-Hauses StarDivision. 1999 erwarb Sun Microsystems die Firma, initiierte das OpenOffice.org-Projekt und stellte den Sourcecode unter LGPL (GNU Lesser General Public License). Die Büro- Suite StarOffice als kostenlose Konkurrenz zu MS Office anzubieten war ursprünglich nicht viel mehr als eine hässliche Geste Suns gegenüber Microsoft.

Doch mittlerweile hat sich OpenOffice zur Massenbewegung entwickelt. Open-Source- Dienstleister berichten häufig, dass der erste Schritt der Kunden hin zu einem Linux-Desktop darin besteht, auf den bestehenden Clients - in der Regel Windows-Systeme - auch Open-Source-Lösungen wie Firefox und OpenOffice einzusetzen.

Wenn keine speziellen Anforderungen an proprietäre Büro-Suites binden, kann man mit StarOffice bzw. OpenOffice 2.2.0 alles verrichten, was auch mit Microsoft Office oder WordPerfect Office geht. OpenOffice mit dem Standardformat OpenDocument (ODF) liest nicht nur aktuelle Fremdformate wie doc, sondern kommt häufig sogar mit dem Import alter Formate zurecht. Für die euesten HTML-basierenden Formate wie Microsofts docx bzw. das Office Open XML sind bereits Importfilter erhältlich; demnächst dürfte die Fähigkeit, diese Fremdformate zu schreiben, enthalten sein.

Doch OpenOffice ist nur ein wichtiger Mosaikstein in der Open-Source-Welt. Gefragt, nach welchen Open-Source-Produkten derzeit die größte Nachfrage aus dem Mittelstand und kleinen Unternehmen besteht, antwortet Suns Marketing-Direktor Schmid: "Ich denke, dass zunächst viele nach einem Ersatz für ihren Server suchen, etwa dem Microsoft Small Business Server. Auch die Anwendung von beispielsweise Webservern dürfte schon weit verbreitet sein. Jetzt rollt gerade die Groupware- Welle, auch CRM und ERP sind schon von OpenSource-Anbietern gefragt."

Open-Source-Business-Anwendungen

Linux zu erlernen ist für den Windows gewohnten Admin Neuland.

Ob man schon auf Open-Source-ERP setzen sollte, ist fraglich. Es gibt zu viele gesetzliche Vorschriften, und die Firmen bzw. Communities, die hinter freier ERP-Software stehen, sind noch klein: etwa die Anbieter IntarS, )project-open( und Compiere. Marktreif sind dagegen freie CRM-Lösungen. Ein Klassiker ist SugarCRM, das es in freier und lizenspflichtiger Variante gibt. Für begrenzte Ansprüche genügt vtiger, das mittlerweile auch als gehostete Version angeboten wird, bei der sich der Anwender nicht einmal mehr um den Betrieb der Server kümmern muss. Die Nachfrage nach Open Source CRM ist so groß, dass mittlerweile die ersten Forks entstehen. Die Linux Information Systems AG aus München bietet mit CoreBiz CRM V1.3 ein auf die Bedürfnisse deutscher Anwender abgestimmtes Derivat der SugarCRM- Lösung an, das unter GPL steht. Das heißt: Wer die Software an Dritte weitergibt, muss auch den Programmiercode zur Verfügung stellen. Jeder darf aus dem bisherigen Produkt ein neues gestalten.

Wer ein auf GPL basierendes Programm weiterentwickelt, muss das Resultat aber nicht an Dritte weitergeben. Beispielsweise kann ein Konzern freie Software so an den eigenen Bedarf anpassen, dass er einen Wettbewerbsvorteil erzielt, den kein Konkurrent am Markt erhält. Wird allerdings die automatisch ebenfalls unter GPL stehende Weiterentwicklung weitergegeben, muss auch der Quellcode mitgeliefert werden.

Für die Anbieter von selbst entwickelter oder selbst weiterentwickelter Software erlauben diese Regeln dennoch ein lohnendes Geschäft. Denn wer Produkte wie die CRM-Lösung CoreBiz CRM V1.4 einsetzen will, benötigt genau wie bei proprietärer Software Support, Implementierung, Schulung und Helpdesk. Anbieter und IT-Dienstleister rund um freie Software verdienen nicht an Lizenzen für Software, sondern an unentbehrlichen Dienstleistungen. Aus Kundensicht ist in puncto Kosten nur zu prüfen, ob eine offene Lösung unterm Strich günstiger ist als eine proprietäre, bei der auch noch Lizenzkosten hinzukommen. Zu berücksichtigen sind aber auch immer die Aspekte Flexibilität, Sicherheit und Zuverlässigkeit.

Nicht alles läuft einfach so

An sich stünde es um den Aspekt Flexibilität bei Open Source Software sehr gut. Genau wie der gesamte Code sind stets auch alle Schnittstellen und Spezifikationen offen dokumentiert, was die Kooperation mit anderen im Unternehmen eingesetzten Programmen sehr leicht macht.

Allerdings bieten einige Hersteller proprietärer Software bestimmte Komponenten nicht für Open-Source-Umgebungen an. So enthält derzeit nur das Windows-Programm SAP GUI den vollen Funktionsumfang der SAP-Geschäftsanwendungen.

Für SAP-Anwender, die mit SAP GUI arbeiten und dennoch Linux-Arbeitsplätze bereitstellen wollen, bedeutet dies, entweder auf dem Linux-Rechner eine Virtualisierungslösung wie VMWare einzusetzen oder eine teure Server-Based-Computing-Lösung zu nehmen, die den Preisvorteil von Linux auf dem Client aufzehrt. Daher entstehen derzeit auch im Open-Source-Umfeld preiswerte Lösungen wie der CoreBiz Terminalserver V1.2, die es ermöglichen, fast alle Windows-Anwendungen über den Terminalserver anzubieten. Dennoch sind sie erheblich preiswerter als eine Lösung auf Basis des Citrix Presentation Server.

Immerhin denkbar ist, dass in absehbarer Zeit das SAP-GUI-Problem so nicht mehr existieren wird, zumal die Walldorfer unter dem Codenamen Project Muse an einer Bedienoberfläche arbeiten, die sowohl für Windows als auch für Mac OS und Linux zur Verfügung stehen soll.

Fachkräfte sind begehrt

Vor einigen Jahren musste sich die IT-Abteilung rechtfertigen, wenn sie Linux und Open Source einsetzte. Heute ist es häufig umgekehrt.

Die Anbieter proprietärer Technologie haben erkannt, wie wichtig es für das eigene Geschäft ist, freie Technologie-Plattformen zu unterstützen. Beispielsweise betreut SAP nach eigenen Aussagen eine wachsende Zahl von Kunden mit Linux. Der zunehmenden Marktakzeptanz kann sich kein Anbieter mehr verschließen. Von großen Unternehmen und Behörden wird Open Source Software schon lange und in großem Umfang eingesetzt.

"Die Diskussion darüber, ob Linux und Open Source Software eingesetzt werden, findet eher in einigen Medien als in den Unternehmen statt. Tatsächlich werden Linux und Open Source Software schon längst und ganz pragmatisch überall dort eingesetzt, wo es sinnvoll erscheint. Die verwendeten Open-Source-Projekte sind dabei sehr vielfältig. Für ein Unternehmen ist in erster Linie wichtig, dass die eingesetzte Software funktional und qualitativ den gestellten Anforderungen entspricht, Investitionssicherheit bietet und dass ein kompetenter Support zur Verfügung steht. Diese Anforderungen können auch mit Open Source Software erfüllt werden", erläutert Michael Amstadt, Leiter Marketing und Vertrieb bei der credativ GmbH aus Mönchengladbach.

Der Open-Source-Dienstleister credativ spürt seit 2005 eine kontinuierliche Steigerung der Nachfrage. Besonders sprunghaft und anhaltend sei der Anstieg nach Open-Source- Dienstleistungen seit Mai 2006 gewesen. Amstadt füht aus: "Die Realität hat die anhaltende Spekulation darüber, ob der Einsatz von Linux und Open Source sinnvoll oder Erfolg versprechend ist, längst überholt. Die credativ GmbH erzielt ihre Umsätze schon seit 1999 fast ausschließlich mit Open Source Services. Der ständig steigende Bedarf hat im Mai 2006 zur Erweiterung des Service- und Support-Bereichs und damit zur Eröffnung des deutschen Open Source Support Centers geführt. Bereits drei Monate nach dem Start musste das Open Source Support Center (OSSC) seine Kapazitäten erstmalig erweitern."

Ein Problem sei der große Fachkräftemangel im Bereich Open Source und dort insbesondere bei den Open-Source-Datenbanken. Insider berichten, dass mittlerweile sogar große Banken und Finanzdienstleister hohe Lizenzgebüren für proprietäre Datenbanken einsparen, indem sie auf mySQL und PostgreSQL setzen. Das ersetzt zwar derzeit noch nicht die Datenbanken in historisch gewachsenen Kernsystemen, wohl aber ist es eine Alternative für neue Projekte.

Die credativ GmbH, welche selbst auch Programmierer für die PostgreSQL-Community stellt, leistet auch Support für die mächtigste freie Datenbank. Um die Nachfrage zu bedienen, sucht credativ laut Amstadt dringend nach Fachleuten. "Wirkliche Open-Source- Spezialisten stellen wir sofort ein."



Seiten:   Ein Artikel zurück   |  1  |  2  |    Zur Übersichtsseite



Artikel-Bewertung

Bitte helfen Sie uns noch besser zu werden und geben Sie diesem Artikel eine Note. Geben Sie hier bitte Ihre Bewertung für diesen Artikel ab ...

Es haben 14 User diesen Artikel mit einer Durchschnittsnote von 2 bewertet.

 weniger gut
sehr gut 
> Bewerten auch Sie diesen Artikel <


Best bewertete Artikel:
Meist bewertete Artikel: