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SAP-Lösungen für den Mittelstand

Schulungskonzepte

Nur professionell betriebene ERP-Systeme sind hoch verfügbar.

Vermeintlich eingesparte Schulungskosten schlagen nach der Produktivsetzung der Lösung meist durch Zeitverlust im Tagesgeschäft und Fehlerhäufung doppelt und dreifach zu Buche. Wenn es ganz dumm läuft und ausgerechnet einer der wenigen Key-User mit Durchblick genau dann erkrankt, kann es vorkommen, dass ein Unternehmen tagelang keine Rechnungen und Lieferscheine schreiben kann, obwohl die Lösung sauber aufgesetzt ist.

Daher ist auf Schulung größter Wert zu legen. Die Unterweisung der Key-User, die später intensiv mit dem SAP-System arbeiten werden und Änderungen am System vornehmen dürfen, muss lange vor der Aufnahme des Echtbetriebes erfolgen. Dann lassen sich Änderungen am System auch noch rasch durchführen, wenn sich Kleinigkeiten als nicht praktikabel erweisen.

Entweder schult der IT-Dienstleister die Key-User, die dann die übrigen Anwender unterweisen. Oder er schult beide Gruppen von Anwendern. "Wir plädieren für ein Train-the-Trainer-Konzept", betont Lars Landwehrkamp von All for One. Dabei wird erkennbar, ob die Key-User ihre Prozesse wirklich im Griff haben.

Nicht zu empfehlen ist es dagegen, wenn die Key-User sehr große Mengen an Mitarbeitern schulen sollen. Selbst bei Schulungsgrößen von 20 Mitarbeitern müssten hier zu viele parallele Veranstaltungen angeboten werden.

Fahnenflucht verhindern

Auch bei gut geplanten Systemen mit ordentlich geschulten Nutzern können sich nach dem Produktivstart eine Fülle kleiner Probleme ergeben. Wenn dann niemand bereitsteht, um schnell eine kleine Anpassung vorzunehmen oder dem User den entscheidenden Kniff zu zeigen, können kleine Ursachen große Wirkungen haben.

Leider kommt es zu oft vor, dass die Berater weg sind, "wenn der Auftrag erledigt" ist. Diese Fahnenflucht-Mentalität gilt es gar nicht erst zuzulassen, denn kein Unternehmen kann es sich leisten, tagelang keine Rechnungen schreiben oder nicht ausliefern zu können, weil es an einer Kleinigkeit hapert. Es ist daher klug, sich vertraglich zusichern zu lassen, dass der Dienstleister für einen Übergangszeitraum bereitsteht, um den Echtbetrieb zu betreuen.

Was bringt A1S?

SAP hat es verstanden, den Mittelstand mit einer Branchenlösung zu locken und Umsatz zu generieren. Allerdings sind die Walldorfer tendenziell um so erfolgreicher, je größer diese Mittelständler sind. Bei 500- Mann-Unternehmen und darüber besteht kaum mehr Scheu, SAP-Lösungen in die enge Wahl zu ziehen. Kleine Mittelständler dagegen verhalten sich nach wie vor zögerlich. Denn obwohl auch ein Mini-Automobilzulieferer von einer SAP-Lösung profitieren kann, wenn er komplexe Prozesse hat, fürchten viele die technischen Implikationen. Zwar benötigt mySAP ERP keinen großen Hardware-Aufwand, um zu laufen. Will man es aber sicher verfügbar und im Kombinat mit leistungsfähigen Datenbanken nutzen, kann auch der Betrieb eine zu aufwändige Herausforderung sein.

IT-Dienstleister wie die IT-Services and Solutions GmbH empfehlen neben der einmaligen Investition für die ERP-Einführung hier Outsourcing, wodurch sich eine klare Kostenstruktur je Monat und je angeschlossenen Arbeitsplatz ergebe.

Einen dritten Weg haben die Walldorfer selbst ins Auge gefasst. Bereits Ende des ersten Quartals 2007 soll ein neues, derzeit unter dem Projektnamen A1S gehandeltes Mittelstandsprodukt lanciert werden. Das neue Wunderwerk reduziere laut SAP die Gesamtkosten bis zu 90 Prozent und decke alle relevanten Geschäftsbereiche ab.

Die "Suite in a box" sei extrem schnell an die Kundenbedürfnisse anpassbar. Es wird erwartet, dass die Lösung von SAP auch im On- Demand-Modell angeboten wird, so dass sich der Anwender um den stabilen Betrieb der Lösung nicht zu kümmern braucht.

Kommentar

Andreas Naunin, Leiter Unternehmensbereich Mittelstand der SAP Deutschland AG & Co. KG

"Typische IT-Projekte im Mittelstand sind gekennzeichnet durch Zeitdruck, mangelnde Verfügbarkeit der Ansprechpartner in den Fachbereichen, aber auch durch ein großes Engagement der Anwenderunternehmen. Ein idealtypisches IT-Projekt im Mittelstand setzt auf eine strukturierte Methodik, orientiert sich eng am Standard und wird durch ein starkes Projekt-Management geführt. Im Projekt-Management ist besonders die frühzeitige Rückwärtsterminierung von kritischen Teilprojekten wie etwa der Datenübernahme oder Realisierung von Schnittstellen gekennzeichnet. Ein weiterer erfolgskritischer Faktor ist der Ressourcen sparende Einsatz der Mitarbeiter aus den Fachbereichen. Ein Beispiel für eine solche Methodik ist ASAP Fokus, die wir bei der Einführung von SAP-Branchenlösungen im Mittelstand einsetzen. ASAP Fokus stellt für jedes Projekt einen Leitfaden und Hilfestellung zur konkreten Umsetzung zur Verfügung. Die Methode folgt dem Grundsatz ,vom Groben zum Feinen' und stellt unterschiedliche Projektschritte in einen Gesamtzusammenhang."

Kommentar

Ulrich Hüllhorst, Geschäftsführer der IT-Services and Solutions GmbH

"Mittelständler sollten stets bei SAP-Projekten zuerst den Nutzen der im Markt verfügbaren Branchenlösungen prüfen. Der Vorteil: Hier ist der Aufwand zur individuellen Anpassung am geringsten. Soll das SAP-System allerdings für alle Eventualitäten gerüstet sein - also mit für die jeweilige Branche untypischen Funktionen ausgestattet sein - so kann sich die Standardlösung lohnen. Im Sinne der Projektkalkulation empfehle ich allerdings, diesen Schritt von einem erfahrenen IT-Dienstleister prüfen zu lassen."



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