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News, Trends, Strategien
Webtrends treiben den E-Commerce |
Die User nutzen das Web zunehmend nach ihren persönlichen Bedürfnissen: Sie pflegen Kontakte in sozialen Netzwerken, gehen über mobile Zugangsgeräte online und informieren sich im Web über lokale Angebote. Für den E-Commerce bieten sich dadurch interessante Anknüpfungspunkte.
Der Online-Handel bleibt eine Wachstumsbranche: 32,5 Millionen Kunden sorgten 2009 für 21,8 Milliarden Euro Umsatz - und wenn es nach dem Einzelhandelsverband HDE geht, soll dieser Wert im laufenden Jahr noch einmal um acht Prozent steigen. Diese Zukunftseinschätzung wird auch vom Bundesverband des Deutschen Versandhandels (bvh) geteilt, der den Bereich Consumer Electronic / Elektroartikel dabei als einen der Wachstumstreiber betrachtet. Gemäß der gerade veröffentlichten bvh-Studie »Distanzhandel in Deutschland« (CRN berichtete) wurden in dem Segment im vergangenen Jahr Online- Umsätze in Höhe von 1,43 Milliarden Euro erzielt und soll 2010 ein Wachstum von mindestens 20 Prozent möglich sein. Für das Engagement des Handels im ECommerce stellt sich somit weniger die Frage des »ob« als des »wie«. »Sie müssen die Leute dort abholen, wo sie sind«, lautete dazu der Ratschlag von Innovationsprofessor Marc Drüner auf dem Etail Summit von Computer Reseller News im Mai in München.Ein Ort, an den die Internet-User zurzeit in Scharen strömen, sind soziale Netzwerke. So nutzen heute zehn Millionen Deutsche Facebook, d.h. jeder achte Bundesbürger hat sich in den letzten 30 Tagen mindestens einmal auf der Plattform eingeloggt. Übertroffen wird diese Zahl sogar noch durch die Netzwerke der meinVZ-Gruppe wie StudiVZ und Schüler VZ, die im Juni 2010 auf insgesamt 16,9 Millionen Mitglieder kamen. Und auch die Business- Plattform Xing zählt in Deutschland rund drei Millionen Mitglieder.Trend 1: Sozial verkaufenGeht es um E-Commerce-Ideen in Zusammenhang mit dem sozialen Netz, stehen die Shopping Clubs an erster Stelle. Das Verkaufsformat Club Shopping kennen laut der Marktforscher Fittkau & Maaß fast 70 Prozent der deutschen Internetnutzer und 32,2 Prozent sind bereits Mitglied in einem der Clubs. Mit einen Mitgliedsanteil von 9,5 Prozent ist hierzulande Brands4friends der Marktführer, doch bereits auf dem zweiten Platz rangiert mit 3,4 Prozent der Internet-User der auf TK- und CE-Produkte spezialisierte Shopping Club Paul Direkt. Ebenfalls auf das Thema Gemeinschaft setzen Coupon-Anbieter wie Groupon: Nach dem altbekannten »Let?s buy it«-Prinzip sorgt dabei eine ausreichend große Anzahl an Käufern für das Zustandekommen attraktiver Tages- Deals (CRN berichtete).Noch keine befriedigende Antwort gibt es auf die Frage, wie sich boomende Social Networks selbst für E-Commerce-Zwecke nutzen lassen: »Die Shopping-Affinität geht bei Facebook gegen Null«, meint Kirsten Drössel, Director Global Syndication beim E-Commerce-Spezialisten Pangora. Nicht nur sei bei den Usern des Netzwerks die potenzielle Konversionsrate sehr gering, sondern es bestehe auch eine hohe Reaktanz gegen alle Arten von als zu aufdringlich empfundener Werbung. Dennoch sind heute fast alle großen Unternehmen in den Netzwerken vertreten: Notebooksbilliger.de versammelt auf Facebook bereits mehr als 5.000 Fans und der Ebay-Blog Deal-Hunter.de verzeichnet weit über 2.000 Twitter-Follower. »Die simple Vorgehensweise dabei heißt: eine Community schaffen, um daraus ?Commerce? zu schöpfen. Doch die Kommunikations- und Handelsmöglichkeiten für Unternehmen über Social Communities sind zum größten Teil ausgeschöpft«, kritisiert Konstantin Waldau, Chef des E-Commerce-Dienstleister Atrada. Sinnvoller sei es für Händler, das eigene Leistungsspektrum mit zusätzlichen Social Commerce Contents anzureichern oder auf Mash-Ups aus bestehenden Inhalten zu setzen. »Die Welten von Community und Commerce werden immer mehr zusammenwachsen und eine strikte Trennung unmöglich machen«, ist sich Waldau sicher.Trend 2: E-Commerce wird mobilDer zweite große Trend im Web wird durch die immer höhere Verbreitung mobiler Zugangsgeräte bestimmt: So gab es in Deutschland zum Jahresende 2009 108,3 Millionen Mobilfunkanschlüsse und jedes dritte neu verkaufte Handy ist ein Smartphone. Dank iPhone und Android- Handys ist der Anteil der Smartphone-Nutzer in Deutschland inzwischen auf elf Prozent gestiegen. Dieses technische Potenzial kommt zunehmend auch den Mobile Commerce-Anbietern zugute. Gemäß einer aktuellen Studie der Mobile Marketing Association haben bisher zwar erst 3,2 Prozent der Deutschen per Mobiltelefon Waren und Dienstleistungen gekauft, dieser Wert soll innerhalb der nächsten zwölf Monate aber auf rund zehn Prozent steigen.Dieser Trend ist auch E-Commerce-Pionier Ebay bekannt. Das Unternehmen brachte in den USA bereits frühzeitig eine eigene iPhone-App heraus und bringt diese nun auch in einer deutschen Version auf den Markt. »So wie Ebay vor mehr als zehn Jahren als eines der ersten Unternehmen das Potenzial im Online-Handel erkannt hat, sind wir heute Vorreiter im Mobile Commerce«, erklärt Deutschlandchef Stephan Zoll. »Wir wissen, dass wir heute nicht davon ausgehen können, dass unsere Verkäufer und Käufer den Weg zu Ebay ausschließlich über ihren Computer oder ihren Laptop finden.« Die Menschen erwarten heute andere, mobile Möglichkeiten, um auf das Internet und ihre Lieblingsseiten zuzugreifen.»Durch den Mobile Commerce sind Unternehmen zudem auch bei der Geschäftsfelderweiterung, Kundenbindung und Imageförderung im Vorteil«, ergänzt Pontus Kristiansson, CEO des Marketingspezialisten Avail Intelligence. Damit dies gelinge, dürften Geschäftsmodelle für konventionelle Online-Shops allerdings nicht eins zu eins auf das Smartphone übertragen werden. Mobile Shopping-Inhalte müssten wenig Text und wenig Speichervolumen mit möglichst minimalem Tippaufwand verbinden. Bei den im Vergleich zu PC und Laptop kleinen Displays sei es umso wichtiger, den Kunden mit personalisierten Angeboten anzusprechen. Ebenso gelte es, geeignete Zahlungsmöglichkeiten für den mobilen Einkauf bereitzustellen. Und schließlich sei auch im Mobile Commerce der Preis einer der Schlüsselreize: »Wenn die User z.B. ein zeitlich begrenztes Schnäppchen erwischen können, entscheiden sie sich schneller zum Kauf per Handy«, so Kristiansson.Lokal einkaufenTrend 3: Global surfen, lokal kaufenAuch wenn sich die Internet-User immer stärker in Online-Communities organisieren und nahezu überall Zugang zum Web erhalten, geht der Kontakt zur physikalischen Umgebung doch nicht verloren. Das zeigt nicht zuletzt der Boom von Internetservices und E-Commerce-Angeboten, die auf das lokale Umfeld bezogen sind. So sind rund 20 Prozent aller Google-Suchanfragen ortsbezogen - ein Phänomen, das der Internetkonzern als Anlass für den Ausbau seiner lokalen Dienste genommen hat. Unter Google Places können Händler ihre bei Google hinterlegten Daten um Informationen zu den lokalen Filialen anreichern. Einen bedeutenden Schritt weiter geht der US-Service Milo.com, der das Produktangebot von 48 Ladenketten mit 48.000 stationären Stores per Internet für die Kunden erschließbar macht. »Auch wir arbeiten an einer lokalen Suche, aber das ist unglaublich aufwändig«, erklärt Pangora- Managerin Drössel. Die Anzahl der lokalen Händler sei immens groß und die Anbindung der jeweiligen Warenwirtschaft mit riesigem Aufwand verbunden. »Die Nachfrage der Portalpartner nach lokalen Services wird jedoch immer größer«, so Drössel.Als Anbieter sogenannter Location Based Services versteht sich auch das Berliner Start-up KaufDa, das die Printprospekte vieler hundert deutscher Einzelhändler für das Web aufbereitet und den Kunden ortsbezogen zugänglich macht (CRN berichtete). In einem nächsten Schritt will das Unternehmen die Verfügbarkeit der angebotenen Waren darstellen und den Nutzern die Möglichkeit geben, Artikel zum Kauf zu reservieren. »Die technische Umsetzung dieser Idee ist schwierig, da viele Individualanbindungen erstellt werden müssen«, bestätigt auch KaufDa-Geschäftsführer Christian Gaiser. Doch ist der junge Unternehmer überzeugt, dass es sich lohnt, die Verknüpfung von Online-Recherche und lokalem Kauf jetzt anzugehen: »Wer solche Angebote erst als Zweiter anbietet, hat es dann einfacher - doch dafür sind wir die ?First Mover?.«Mehr zu den Trends im E-Commerce und weiteren aktuellen Themen aus der Welt des Onlinehandels erfahren Sie beim Etail Summit am 14. Oktober in Köln. powered by CRN
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